Was kostet eine Firmenwebseite 2026? Die ehrliche Rechnung für kleine Betriebe

„Was kostet eine Webseite?“ ist die Frage, auf die es keine ehrliche kurze Antwort gibt — jedenfalls keine, die aus einer einzigen Zahl besteht. Die Spanne reicht von 150 € bis 30.000 €, und beide Enden sind seriös. Was den Unterschied ausmacht, ist selten die Technik. Es ist die Frage, wer die Arbeit macht.

Dieser Beitrag rechnet die vier üblichen Wege durch, nennt die Posten, die in kaum einem Angebot stehen, und sagt am Ende offen, was unser eigenes Angebot kostet. Alle Fremdpreise sind Spannen aus dem Markt — aus öffentlich einsehbaren Tarifen und aus Angeboten, die uns Kunden beim Wechsel gezeigt haben. Sie sind keine Zusagen Dritter, und im Einzelfall kann es anders aussehen.

Die kurze Antwort

WegKosten im ersten JahrBis sie online istIhr eigener Aufwand
Webagentur3.000 – 8.000 €6 – 12 Wochen10 – 20 Stunden Abstimmung
Homepage-Baukasten150 – 350 €1 – 2 Wochen nebenher20 – 40 Stunden
KI-Generator200 – 450 €Minuten5 – 15 Stunden Nacharbeit
Selbst mit WordPress150 – 400 €3 – 8 Wochen nebenher40 – 80 Stunden
Fertige Branchenvorlage647 €Wenige Stundenrund 2 Stunden

Die letzte Zeile ist unsere eigene, und Sie sollten sie mit demselben Misstrauen lesen wie den Rest. Die ausführliche Gegenüberstellung mit allen acht Kriterien steht im Vergleich der Wege.

Die vierte Spalte ist die wichtigste und fehlt in fast jedem Angebot. Wer 30 Stunden vor einem Baukasten sitzt und seine eigene Stunde mit 60 € ansetzt — dem Satz, den er seinen Kunden berechnet —, hat 1.800 € ausgegeben und keine Rechnung dafür bekommen.

Was den Preis wirklich treibt

Vier Dinge, in dieser Reihenfolge:

  1. Wer die Inhalte erstellt. Texte, Bilder, Leistungsbeschreibungen. Das ist bei fast jedem Projekt der grösste Posten — und der, den Kunden am stärksten unterschätzen. „Wir liefern die Texte selbst“ klingt nach Sparen und ist in der Praxis der häufigste Grund, warum Webprojekte monatelang liegen bleiben.
  2. Wie individuell das Design ist. Eine Einzelanfertigung kostet Entwurf, Abstimmungsrunden und Umsetzung. Eine Vorlage kostet das einmal — verteilt auf alle, die sie nutzen.
  3. Welche Funktionen dazukommen. Terminbuchung, Shop, Kundenbereich, Anbindung an eine Warenwirtschaft. Jede Funktion ist ein eigenes kleines Projekt.
  4. Wer sie danach am Laufen hält. Updates, Sicherheit, Backups, Rechtstexte auf Stand. Dieser Posten taucht in Angeboten selten auf, weil er erst nach dem Livegang anfällt.

Die Webagentur: 3.000 bis 8.000 €

Eine Agentur baut Ihnen etwas Eigenes. Dafür bekommen Sie Entwurf, Abstimmung, Umsetzung, oft auch Fotografie und Text. Der Preis ist gerechtfertigt, wenn Sie eine Marke aufbauen, sich sichtbar von Mitbewerbern unterscheiden müssen oder Funktionen brauchen, die es nicht von der Stange gibt.

Worauf Sie achten sollten:

  • Wartungsvertrag. Oft 50 bis 150 € im Monat, häufig mit 12 Monaten Laufzeit. Fragen Sie, was darin enthalten ist — „Updates“ ist keine Leistungsbeschreibung.
  • Änderungen nach dem Start. Werden sie nach Aufwand berechnet? Was kostet eine neue Öffnungszeit?
  • Rechtstexte. Viele Agenturen liefern sie nicht mit und verweisen auf Ihren Anwalt. Das ist redlich, aber ein Kostenpunkt.
  • Was Ihnen gehört. Themes, Plugins und Bilder sind oft lizenziert und nicht gekauft.

Wenn Sie am Ende fünf Seiten haben — Start, Leistungen, Über uns, Referenzen, Kontakt —, dann haben Sie eine Einzelanfertigung von etwas gekauft, das es auch in Serie gibt. Das ausführlich: Agentur oder fertige Branchenseite.

Der Homepage-Baukasten: der Tarif ist nicht der Preis

Baukästen werben mit 6 bis 15 € im Monat, im ersten Jahr oft stark rabattiert. Das ist der Tarif. Der Preis ist der Tarif plus Ihre Zeit.

Eine ehrliche Rechnung für einen Handwerksbetrieb:

PostenBetrag
Tarif, erstes Jahr (rabattiert)90 – 200 €
Domain10 – 20 €
Stockfotos oder Fotograf0 – 600 €
Rechtstexte (Generator oder Anwalt)0 – 300 €
Ihre 25 Stunden zu 60 €1.500 €

Der Tarifpreis ist der kleinste Posten in dieser Tabelle. Dazu kommt: Nach dem ersten Jahr steigen viele Tarife auf den regulären Preis — prüfen Sie das, bevor Sie unterschreiben. Mehr dazu unter Baukasten oder fertige Branchenseite.

Der KI-Generator: schnell, generisch, unfertig

Ein Generator schreibt Ihnen in Minuten eine vollständige Seite. Das Ergebnis ist beeindruckend, solange man es nicht liest. Danach beginnt die Arbeit: Die Texte sind austauschbar, die Beispiele erfunden, Impressum und Datenschutzerklärung fehlen in der Regel ganz.

Fünf bis fünfzehn Stunden Nacharbeit sind normal. Und ein Text, der über „Qualität und Zuverlässigkeit“ spricht, ohne eine einzige konkrete Leistung zu nennen, hilft weder bei Google noch in KI-Antworten — beide bewerten, ob ein Inhalt etwas Eigenes sagt. Ausführlich: KI-Generator oder fertige Branchenseite.

Selbst bauen mit WordPress: die Rechnung in Stunden

Auf dem Papier der günstigste Weg. Theme 60 €, Hosting 5 € im Monat, fertig. In der Praxis liegen zwischen Kauf und fertiger Seite 40 bis 80 Stunden, und danach hört es nicht auf: Updates für Kern, Theme und jedes Plugin, Backups, Sicherheitslücken. Ein grosser Teil gehackter Webseiten läuft auf veralteten Installationen.

Der Eigenbau ist der einzige Weg ganz ohne laufende Bindung, und das ist ein echtes Argument. Er lohnt sich, wenn Sie das Thema interessiert. Er lohnt sich nicht, wenn Sie ihn wählen, um Geld zu sparen — dann bezahlen Sie mit Feierabenden. Ausführlich: Eigenbau oder fertige Branchenseite.

Die laufenden Kosten, die niemand nennt

Eine Webseite ist kein Möbelstück. Diese Posten fallen jedes Jahr an, egal welchen Weg Sie wählen:

PostenIm Jahr
Hosting60 – 300 €
Domain10 – 20 €
SSL-Zertifikat0 – 80 €
Updates und Sicherheit0 € (selbst) bis 600 € (Wartungsvertrag)
Backups0 – 120 €
Inhaltspflege0 € (selbst) bis 1.800 €

Wenn Ihnen jemand eine Webseite „für einmalig 990 € komplett“ anbietet, fragen Sie nach diesen sechs Zeilen. Die Antwort sagt mehr über das Angebot als der Preis.

Vier Posten, die in kaum einem Angebot stehen

  • Rechtstexte auf Stand. Impressum und Datenschutzerklärung sind Pflicht, und sie veralten. Wer hält sie aktuell, wenn sich etwas ändert?
  • Der Cookie-Banner. Er ist keine Naturkonstante, sondern die Folge einer Bauentscheidung: Wer Schriften, Karten, Videos oder Statistik von fremden Servern lädt, braucht in der Regel eine Einwilligung. Wer das nicht tut, braucht keine.
  • Bilder. Stockfotos wirken wie Stockfotos. Ein halber Tag mit einem Fotografen in der Region kostet 300 bis 600 € und ist meistens das Geld wert, das sonst ins Design fliesst.
  • Barrierefreiheit. Seit Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es trifft nicht jede Firmenwebseite — reine Informationsseiten und viele Kleinstunternehmen sind ausgenommen —, aber sobald Sie online verkaufen oder buchen lassen, gehört die Frage geklärt. Nachträglich ist sie teurer als von Anfang an. Wir haben die rechtlichen Punkte in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

So prüfen Sie ein Angebot

Sechs Fragen, die jedes Angebot vergleichbar machen:

  1. Was kostet die Seite im dritten Jahr, alles zusammengerechnet?
  2. Wer schreibt die Texte — und was passiert, wenn ich sie nicht liefere?
  3. Was kostet eine Änderung nach dem Start? Nennen Sie mir ein Beispiel.
  4. Sind Impressum, Datenschutz und die KI-Hinweise enthalten oder meine Sache?
  5. Brauche ich einen Cookie-Banner? Wenn ja: warum?
  6. Was nehme ich mit, wenn ich gehe — Inhalte, Bilder, Domain?

Wer auf alle sechs Fragen eine klare Antwort gibt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit seriös. Wer bei Frage 1 und 3 ausweicht, kalkuliert damit, dass Sie später zahlen.

Und was kosten wir?

Damit wir uns an unserem eigenen Massstab messen lassen: 29 € im Monat, einmalig 299 € für den Einrichtungsservice, wenn wir die Seite für Sie aufsetzen. Im ersten Jahr sind das 647 €. Hosting, .de-Domain, E-Mail-Postfach, SSL, Updates, Rechtstexte und Statistik sind enthalten, es gibt keine Mindestlaufzeit, und ein Cookie-Banner ist nicht nötig, weil wir nichts von fremden Servern laden. Wer die Seite selbst einrichtet, zahlt die 299 € nicht.

Der Grund, warum das geht, ist kein Trick: Die Seite für Ihre Branche existiert bereits — mit Struktur, Texten und Rechtsseiten. Sie bezahlen nicht für eine Einzelanfertigung, sondern für die Anpassung einer Serie. Alle Zahlen und was im Monatspreis steckt: Preise.

Häufige Fragen

Was kostet eine einfache Firmenwebseite mit fünf Seiten? Bei einer Agentur in der Regel 1.500 bis 4.000 €, im Baukasten 150 bis 350 € plus 20 bis 40 Stunden Eigenleistung, bei uns 647 € im ersten Jahr inklusive Einrichtung und Betrieb.

Ist eine teure Webseite besser? Nicht automatisch. Sie ist individueller. Ob Individualität Ihrem Betrieb Kunden bringt, hängt davon ab, wonach Ihre Kunden suchen — bei lokalen Dienstleistern sind das Leistung, Ort, Erreichbarkeit und Vertrauen, nicht das Layout.

Was kostet eine Webseite im Monat? Reines Hosting 5 bis 25 €. Mit Domain, Wartung, Backups und Rechtstexten realistisch 25 bis 80 €. Kommt Inhaltspflege durch einen Dienstleister dazu, 80 bis 250 €.

Kann ich eine Webseite kostenlos bekommen? Kostenlose Tarife gibt es, sie tragen fast immer Werbung des Anbieters, eine Adresse wie ihrbetrieb.anbieter.de und keine Rechtstexte. Für einen Betrieb, der Kunden gewinnen will, ist das kein Auftritt, sondern ein Platzhalter.

Lohnt sich eine Webseite überhaupt, wenn ich ein Google-Unternehmensprofil habe? Das Profil ist wichtig und ersetzt keine Seite: Es zeigt Öffnungszeiten und Bewertungen, aber nicht Ihre Leistungen, Referenzen und Preise — und es gehört Ihnen nicht. Am besten funktioniert beides zusammen, mit denselben Angaben.


Stand: September 2026. Die genannten Spannen sind Marktbeobachtung und keine Angebote Dritter; verbindlich sind allein unsere eigenen Preise. Haben Sie ein Angebot vorliegen, das Sie einordnen möchten? Schreiben Sie uns — wir sagen Ihnen, was uns daran auffällt, auch wenn es nicht von uns ist.

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